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Risiko Intelligenz:
Zwischen Unter- und Überforderung


Wer intelligent ist, gehört manchmal zu den einsamsten Menschen dieser Welt. Man versteht nicht, dass es andere immer noch nicht verstanden haben. Man denkt ans letzte Detail, für das sich dann keiner interessiert. Man fühlt sich im Kopf bei einfachen Tätigkeiten unterfordert. Leichtsinnsfehler sind die Folge.

Eine sehr hohe Intelligenz kann sogar zum Handicap werden. Hoch intelligente Führungskräfte neigen dazu, ihre Mitarbeiter zu überfordern. Sie nutzen gerne abstrakte Wörter, deren Bedeutung die Mitarbeiter nicht verstehen. Sie sind in der Problemlösung richtige Schnelldenker. Dem Tempo kann aber kaum einer folgen. Und sie durchdenken alle Konsequenzen. Die Entscheidungsfreude sinkt. So kann sogar die Leistung des gesamten Teams sinken, wenn der Chef zu intelligent ist.

Manche Manager leiden unter ihrer Intelligenz. Das ist das Ergebnis von Befragungen, die abcd seit 1989 durchführt, nachdem die Intelligenz mit dem wissenschaftlichen Messinstrument Jobfidence erhoben wurde. Am häufigsten ge-nannt wurden Unterforderung, Kommunikationsprobleme mit Kollegen und Kritik an der Unternehmensstrategie. Gemeinsam mit den Managern wurden dann Selbstmanagement-Techniken erarbeitet, die das Risiko der hohen Intelligenz begrenzen: Geduldsübungen, Training für eine bildhafte Sprache, Forcierungsmethoden zur Steigerung der Entscheidungsfreude und die Suche nach Aufstiegschancen im eigenen Unternehmen.