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(Wort-)Definitionsfrage:
Was leitet der Projektleiter?


Sicherlich kennen Sie den alten Kalauer: „Was ist die Gemeinsamkeit von einem Zitronenfalter und einem Projektleiter? Der Zitronenfalter faltet auch keine Zitronen...“ Dieser Kalauer beschreibt treffend das Dilemma vieler Projektleiter. Sie dürfen die Projektmitglieder zwar fachlich führen, jedoch nicht disziplinarisch. Entscheidende Kompetenzen gehen verloren. Der Projekterfolg ist nicht gesichert: Zwei Drittel aller betriebsinternen Projekte scheitern in Deutschland, werden abgebrochen oder das Projektziel wird umfirmiert.

In Projekten kommt es zur zeitlich begrenzten Zusammenarbeit von Mitarbeitern aus unterschiedlichsten Teams. Es wird eine Projektgruppe gebildet, die den Auftrag abwickeln soll. Der Gruppe wird ein Leiter überstellt. Zur Durchführung des Projekts greift er fallweise auf Mitarbeiter zurück, die jedoch anderen Leitern unterstellt sind. Diese Mitarbeiter sind dann Diener zweier Herren. Wem sollen sie folgen?

abcd empfiehlt hier eine Unterscheidung. Handelt es sich um ein grösseres Projekt? Mit räumlicher Zusammenarbeit von mehr als 4 Mitarbeitern als feste Gruppe? Mit einer Dauer von mehr als 3 Monaten? Dann ordnet der eigentliche Vorgesetzte seinen Mitarbeiter ab: Der Projektleiter ist während der Projektdauer neuer Vorgesetzter - disziplinarisch und fachlich, mit allen Rechten und Pflichten, mit allen Kompetenzen.

Handelt es sich um ein kleineres Projekt? Dann leiht der Vorgesetzte seinen Mitarbeiter an den Projektleiter aus. Er überträgt dem Projektleiter fallweise die Kompetenzen, die er zur Auftragsabwicklung braucht: Einweisung des Mitarbeiters in das Vorgehen, Projektinformationen, Einsatzplanung, technische Entscheidungen und die Projektkontrolle.